Porsche Tennis Grand Prix 2014: Siegerin erhält einen Porsche 911 Targa 4S

Dieser Elfer hat was! Der 911 Targa 4S, den die Siegerin des Porsche Tennis Grand Prix 2014 neben dem Preisgeld von 120.000 US-Dollar erhält, trägt wieder einen klassischen Bügel. Das Dach wird auf Knopfdruck zusammenlegt und über den Überrollbügel hinweg ins Heck befördert.



oben: Porsche Team Deutschland: Barbara Rittner, Andrea Petkovic, Anna-Lena Grönefeld, Julia Görges, Angelique Kerber (l-r).



Die Ausholbewegung sitzt. Die Glaskuppel hinter dem Bügel hebt ab, kippt nach hinten. Das stoffbespannte Targa-Dach faltet sich in zwei Teile, schwebt – wie wenn ein präzise gesetzter Stoppball übers Netz segelt – über den Bügel und landet im Heck. Die gläserne Kuppel schließt sich. Advantage Targa. Das Frischluftvergnügen kann beginnen. Und wie!

Denn nachdem sich das Dach des 911 Targa 4S zur Ruhe gelegt hat, erwacht der 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer heiser brodelnd zum Leben. Wie im 4S Coupé und Cabrio leistet er 294 kW (400 PS). Doch der Bügel-Elfer hat noch ein bisschen auftrainiert und sowohl das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) als auch das Sport Chrono Paket mit (auf Knopfdruck) härteren Dämpfern und direkterem Einlenken im Gepäck.




Die Funktion „Launch Control“ zum Beispiel sorgt für eine rennstartähnliche Anfahrbeschleunigung. Bedeutet: der Targa drängt mächtig nach vorn und in 4,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Etwaige Gedanken der stolzen Siegerin über eine perfekt sitzende Frisur degradiert er in Nullkommanichts zur Zeitverschwendung.

Diesen Sturm und Vorwärtsdrang, der bei 294 km/h endet, untermalt der Boxer-Chor mit Bestnoten. Und auch das Siebengang-Menü des PDK mit seinen extrem kurzen Schaltzeiten dürfte den Geschmack der erfolgreichen Tennisspielerin treffen. Einen Nachschlag gibt es mit der Taste „Schaltstrategie Rennstrecke“, die die Fahrstufenwechsel nochmals optimiert und außerdem das Zurückschalten mit Zwischengas unterlegt.

Im Targa 4S steckt ein Rennwagen. Als moderner Leistungssportler gibt er sich gleichzeitig äußerst effizient. So verbraucht er im Schnitt 10,0 Liter auf 100 Kilometer, ein ganzer Liter weniger als das Vorgängermodell.

Wie die Baureihe 997 gibt es auch die siebte Generation des Targa ausschließlich mit Allradantrieb. Dabei achtet der Coach in Form des Porsche Traction Managements (PTM) darauf, dass jedem Rad in jeder Fahrsituation das optimale Motormoment zuteil wird und leitet die Kräfte variabel via Lamellenkupplung auf Hinter- und Vorderachse. Auf der Grundlinie, also bei normaler Fahrt, vertraut auch der Bügel-Elfer auf seine Rückhand – die Standardauslegung ist natürlich hecklastig.

Und so punktet das Siegerauto mit den Attributen: spontan, sportlich, schnell und sicher. Das Porsche Torque Vectoring etwa verbessert mit variabler Quersperre an der Hinterachse die Stabilität bei Kurvenfahrten. Es bremst bei Bedarf das kurveninnere Hinterrad ab, wodurch das kurvenäußere Hinterrad mehr Antriebskraft erhält und ein direkteres Einlenken ermöglicht.

Den Abstand zum Vorausfahrenden wahrt die Adaptive Cruise Control im Verbund mit Porsche Active Safe. Vollautomatisch. Zur Not auch mit Vollbremsung.

Apropos Zurückhaltung. Sollte es der Gewinnerin im offenen Targa dann doch etwas zu stürmisch zugehen, kann sie für Abhilfe sorgen. Im Rahmen der Frontscheibe und im Bügel ist je ein Windabweiser integriert.

Kult und Komfort. Ganz im Stil des Ur-Targa trägt der Neue den Rahmen hinter den Köpfen von Fahrerin und Beifahrer im klassischen Silber. Mit dem markanten Bügel und der lang gezogenen Glaskuppel hinten sieht der 911 Targa 4S fast wie ein Zweisitzer aus, folgt aber der Formel: Elfer = 2+2 und ist demzufolge auch Doppel-tauglich.

Als Targa unverkennbar lässt sich der Siegerinnen-Elfer sofort als Allradler identifizieren. Erkennungszeichen: die um 44 Millimeter breitere Karosserie, betont durch das schmale, durchgängige Leuchtenband am Heck. Das Schuhwerk fällt standesgemäß ebenfalls eine Nummer größer aus, es misst an der Hinterachse 305 statt der üblichen 295 Millimeter.

Und wo wir schon bei den Zahlen sind. Sowohl das Öffnen als auch das Schließen des Targa-Dachs dauert knapp 20 Sekunden. Zeit zum Innehalten. Denn zum einen funktioniert es nur im Stand – laut einer Übereinkunft der Automobilhersteller dürfen sich offene Fahrzeuge mit festem Dachsegment nicht beim Fahren umziehen. Und zum anderen ist das Bügelfalten von auf nach zu mindestens so spektakulär wie umgekehrt. Spiel, Satz und Sieg Targa.


Technische Daten: 911 Targa 4S

Motor: Sechszylinder-Boxermotor
Hubraum: 3800 cm³
Leistung: 294 kW (400 PS)
Max. Drehmoment: 440 Nm bei 5600/min;
0–100 km/h: 4,8 (4,6*) s;
Höchstgeschwindigkeit: 296 (294*) km/h;
CO2-Emission: 237 (214*) g/km

Verbrauch
innerorts: 13,9 (12,5*) l/100 km
außerorts: 7,7 (7,1*) l/100 km
kombiniert: 10,0 (9,2*) l/100 km
Effizienzklasse: G

* mit Porsche-Doppelkupplungsgetriebe